„Ehefrauen“ müssen Frauen sein – Kinderehen verbieten

Berlin, 31.10.2016

„Ehefrauen müssen Frauen sein, keine Mädchen. Kinderehen sind mit unserem Verständnis von Ehe, die auf einer freien Willensentscheidung und gleichberechtigter Partnerschaft von Mann und Frau beruht, nicht zu vereinbaren“, kritisiert Annette Widmann-Mauz MdB die Vorschläge von Justizminister Heiko Maas für einen Gesetzentwurf zu Kinderehen.

Konkret fordert die Vorsitzende der Frauen Union: „Die Eheschließung von Minderjährigen muss in Deutschland verboten werden. Dies muss auch für rein kirchliche Eheschließungen gelten. Nur so verhindern wir auch sogenannte Imam- und Roma-Ehen, die nach traditionellen Riten mitten in Deutschland geschlossen werden, ohne dass eine standesamtliche Trauung folgt.“

Kinderehen, die im Ausland geschlossen wurden, dürfen bei uns keinen Bestand haben. Auch wenn es sich nicht immer um Zwangsehen im rechtlichen Sinne handelt, sind es arrangierte Ehen, bei denen die Mädchen auf Geheiß des Vaters von einer Abhängigkeit in die nächste wechseln. Eine Eheaufhebung für unter 14jährige Mädchen reicht nicht aus. Auch 15- bis 17jährige Mädchen haben ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Entwicklung.

Annette Widmann-Mauz unterstreicht: „Es ist kaum vorstellbar, dass sie diese Rechte in einer arrangierten Ehe in einem ihnen fremden Land durchsetzen können, wenn wir keine klaren gesetzlichen Vorgaben machen.“

Die Vorsitzende der Frauen Union Annette Widmann-Mauz fordert dazu: „Wir haben eine Verantwortung für alle dauerhaft in Deutschland lebenden Mädchen und Frauen. Wenn ihre elementarsten Rechte durch eine Kinderehe, ihre weitere Entwicklung zu einem selbstbestimmten Leben und die Chancen auf eine gleichberechtigte Integration und Teilhabe betroffen sind, müssen wir handeln. Selbstverständliche Rechte von Mädchen in Deutschland müssen durch ein klares Verbot von Kinder- und Minderjährigenehen geschützt werden.“

In Deutschland entscheidet jeder frei, ob und wen er oder sie heiraten möchte. In der Ehe sind beide Partner gleichberechtigt und entscheiden über die Aufteilung von Rechten und Pflichten, etwa über die Frage der Berufstätigkeit der Ehepartner, den Wohnort oder die Erziehung der Kinder. In Bezug auf Geschlechtsverkehr gilt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Mit diesem Rechtsverständnis ist eine Kinderehe nicht vereinbar.

 
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