Familienpflegezeit: Zukunftsmodell für die Vereinbarkeit von Pflege & Beruf

Berlin, 20.10.2011

„Die Familienpflegezeit ist eine große Hilfe im Maßnahmenbündel, um die Situation von Pflegenden zu erleichtern. Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zu Hause betreut. Damit die pflegenden Familienmitglieder nicht unter der Last zusammenbrechen, wird eine weitere Möglichkeit geschaffen, die häusliche Pflege und den Beruf zu vereinbaren“, erklärt Maria Böhmer, Vorsitzende der Frauen Union der CDU Deutschlands, anlässlich der abschließenden Debatte des Deutschen Bundestages zum Gesetzentwurf zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

„Für die Frauen Union der CDU gehört die Pflege zu den wichtigsten familienpolitischen Themen. Frauen sind im besonderen Maße vom Thema Pflege betroffen. Sie stellen nicht nur den größten Anteil der Pflegebedürftigen, sondern auch der Pflegenden. Sie gilt es zu unterstützen, bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Gerade mit Blick auf das Problem der Altersarmut bewirkt die Familienpflegezeit, dass die Rentenansprüche etwa auf dem bisherigen Niveau bleiben. Frauen, die häufig schon wegen der Kindererziehungszeiten Nachteile in der Rentenversicherung in Kauf nehmen müssen, können so weitere Nachteile in der Rente verhindern“, betont Maria Böhmer.

Die Familienpflegezeit ist anwendbar für alle Pflegefälle, die in der Pflegeversicherung eingestuft sind. Für pflegende Angehörige besteht künftig die Möglichkeit, in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren mit reduzierter Stundenzahl (Untergrenze 15 Stunden in der Woche) im Beruf weiter zu arbeiten. Dabei ist hervorzuheben, dass die pflegenden Angehörigen ein Gehalt in Höhe von 75 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens erhalten und so ein finanzieller Engpass in der Pflegephase verhindert wird. Nach Ablauf der Pflegezeit wird weiter nur 75 Prozent des Gehalts gezahlt, bis der Gehaltsvorschuss zurückgezahlt ist. Der Arbeitgeber darf das Beschäftigungsverhältnis während der Inanspruchnahme der Familienpflegezeit und der Nachpflegephase nicht kündigen.

 
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