Weltkindertag - Kindern mehr Chancen geben

Berlin, 19.09.06 

„Kinderarmut darf kein Tabuthema sein", mahnt die Bundesvorsitzende der Frauen Union, Maria Böhmer, anlässlich des morgigen Weltkindertages an. Nach Schätzungen von UNICEF und Deutschem Kinderschutzbund lebten in Deutschland etwa 2, 5 Millionen Kinder von staatlicher Hilfe zum Lebensunterhalt. Es gehe nicht an, dass manche Familien schon in der 2. und 3. Generation von staatlicher Hilfe zum Lebensunterhalt lebten. Denn die Leidtragenden dieser Situation seien vor allem die Kinder.

Kinderarmut bringe unterschiedlichste Schwierigkeiten mit sich. Vielen Kindern fehlten Zuwendung und Anerkennung, einige hätten Gewalterfahrung, gesundheitliche Risiken seien, wie Studien zeigten, höher. Die Große Koalition habe die wachsende Kinderarmut als Problem aufgegriffen und sich u.a. die Reduzierung der materiellen Armut von Kindern zum Ziel gesetzt. Die Bekämpfung der Kinderarmut sei aber auch bildungspolitisch eine Herausforderung.

„Wo das Elternhaus den Kindern nicht die nötige Hilfestellung gibt, um ihnen gute Startchancen für ihren Lebensweg zu eröffnen, muss die Bildungspolitik ansetzen. Denn soziale Probleme in den Familien reduzieren auch die Bildungschancen. Wir brauchen ein umfassendes Bildungsverständnis, das der frühen Förderung von Kindern vor Eintritt in die Schule einen höheren Stellenwert gibt. Kinder müssen früher und intensiver gefördert und gefordert werden. Dies gilt sowohl für Erziehung und Bildung vor Eintritt in die Schule als auch für die Schule selbst." Maria Böhmer weiter: „Im Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung setzen wir uns für die Verbesserung der Sprachkompetenz ein. Dazu sind Sprach- und Entwicklungsstandstests bereits im Kindergarten notwendig. Die Reform der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung und eine stärkere Verzahnung mit der Aus- und Fortbildung der Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer sind weitere Schritte zu einer Verbesserung der kindlichen Bildung."

Der Kindergarten müsse immer mehr zu einem Ort der vorschulischen Bildung werden. Damit verbinde sich auch die Forderung nach beitragsfreien Kindergärten. Das Saarland habe vor einigen Jahren eine Vorreiterfunktion übernommen und das dritte Kindergartenjahr beitragsfrei gestellt. Damit werde allen Kindern, unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses, die Chance gegeben, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und mit Hilfestellung weiter zu entwickeln.

 
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