Frauen Union: Stiefkindadoption dient nicht dem Kindeswohl

Berlin, 30. Oktober 2004

Der Bundesvorstand der Frauen Union der CDU spricht sich gegen die Stiefkindadoption für eingetragene Partnerschaften aus. Der Bundestag beschloss am Freitag eine Novellierung des Partnerschaftsgesetzes, die unter anderem die Stiefkindadoption ermöglicht.

Entscheidend bei der Frage der Stiefkindadoption sei das Recht des Kindes auf Vater und Mutter, so die stellvertretende Bundesvorsitzende der Frauen Union, Barbara Stober, und Bundesvorstandsmitglied Ilse Falk MdB. Dieses Recht werde durch die Trennung vom andersgeschlechtlichen leiblichen Elternteil verletzt. Zusätzlich belastet werde das Kind dadurch, dass ihm als rechtliche Folge einer Adoption auch noch der Umgang mit dem getrennt lebenden andersgeschlechtlichen Elternteil verwehrt werde. Stober und Falk: „Die Möglichkeit, Umgang mit Vater und Mutter zu haben, ist aus Sicht des Kindeswohls von besonderer Bedeutung.“

Die Stiefkindadoption greife – wie jede Adoption - in besonderem Maße in die Sphäre des Kindes ein. So würden alle familiären Verbindungen zum noch lebenden Elternteil abgebrochen. Sämtliche Verpflichtungen der Mutter oder des Vaters (z.B. Unterhaltspflicht) gegenüber dem Kind und alle Rechte des Kindes (z.B. Erbrecht, aber auch Umgangsrechte!) erlöschen. Diese Rechte und Pflichten werden auf das durch die Adoption neu entstehende Eltern-Kind-Verhältnis übertragen. Das adoptierte Kind ist gegenüber seinem Stiefvater bzw. –mutter erbberechtigt und gleichzeitig im Alter gegenüber Stiefvater bzw. –mutter unterhaltspflichtig.

Nach Ansicht der Frauen Union bietet die geltende Rechtslage bereits hinreichend rechtliche Möglichkeiten im Zusammenleben mit Kindern in einer eingetragenen Partnerschaft. So steht einem verpartnerten Stiefelternteil – wie einem Ehegatten – bereits heute das „kleine Sorgerecht“ zu. Darüber hinaus ist es zivilrechtlich möglich, Kinder, die in einer Partnerschaft leben, rechtlich abzusichern. So kann beispielsweise eine Unterhaltsregelung vereinbart werden.

Artikel 6 des Grundgesetzes stelle, so Stober und Falk, Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates. Dem widersprächen rechtliche Erleichterungen für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften zwar nicht grundsätzlich, der Stiefkindadoption stehe jedoch das Kindeswohl entgegen.

Stober und Falk: „Es wäre wünschenswert gewesen, vor einer so weit reichenden Entscheidung wie der heutigen Änderung des Adoptionsrechts, eine repräsentative Studie zur Vergleichbarkeit von heterosexueller und homosexueller Elternschaft in ihren Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern zu erstellen.“

 
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