| Zur Lage der Ausländerinnen in Deutschland |
Berlin, 08.07.2010„Im achten Bericht zur Lage von Ausländerinnen und Ausländern in Deutschland sind mit Blick auf die Situation von Frauen positive Entwicklungen zu verzeichnen. Mädchen erreichen im Schnitt höhere Schulabschlüsse als Jungen. Die Zahlen sprechen nicht nur für eine hohe Bildungsmotivation dieser Mädchen, sondern belegen auch, dass viele ausländische Eltern in hohem Maße bereit sind, in die Bildung ihrer Töchter zu investieren", erklärt Maria Böhmer, Vorsitzende der Frauen Union der CDU. „Die Eltern motivieren verstärkt ihre Kinder, Deutsch zu lernen, denn gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung für den Bildungserfolg. Dies zeigt auch die Teilnahme an den Integrationskursen. Zwei Drittel der Kursteilnehmenden sind Migrantinnen. Vielfach finden die Kurse in Kindertagesstätten und Schulen statt, wo eine entsprechende Kinderbetreuung angeboten wird. Die Integrationskurse sind ein Erfolgsmodell. Die Frauen verbessern ihre eigenen Sprachkenntnisse und können so ihre Kinder intensiver unterstützen", betont Maria Böhmer.Auch der Erwerb von Deutschkenntnissen und Sprachtestangeboten im Ausland zur Visumerteilung beim Ehegattennachzug habe sich bewährt. Die Deutschkurse dienten nicht nur dem Erwerb der Sprache, sondern vermittelten auch einen ersten Eindruck des künftigen Lebensumfeldes. Dies führe bei den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern dazu, dass sie nun selbstbewusster und besser informiert nach Deutschland einreisten. Ein weiteres Beispiel für eine verbesserte Integration von Frauen sei deren Selbstständigenquote. Ausländische Frauen nutzten vielfach die Selbständigkeit für den sozialen Aufstieg. Mit 8,4 Prozent zählen sie zu den bundesweit etwa 600.000 Unternehmerinnen und Unternehmern aus Zuwandererfamilien. Die Selbständigenquote von Frauen ohne Migrationshintergrund liegt bei 7,1 Prozent. Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist laut Lagebericht ein unvermindert weiter bestehendes Problem. Aus verschiedenen Studien ergibt sich eine höhere Gewaltbetroffenheit bestimmter Gruppen von Migrantinnen. Frauen mit türkischer Herkunft und aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion erleben häufiger als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung in Deutschland körperliche oder sexuelle Gewalt. Zur Bekämpfung dieser Gewalt wurden zahlreiche Maßnahmen mit gewaltpräventivem Charakter auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Bekämpfung von Zwangsverheiratung und Heiratsverschleppung ins Ausland setzt sich Maria Böhmer für einen eigenen Straftatbestand für Zwangsverheiratung ein. Im gleichen Zuge müsse auch das Rückkehrrecht für Opfer von Heiratsverschleppung verbessert werden. Mit einem „Leitfaden für Schulen zum Umgang mit Zwangsverheiratungen" erhalten Lehrkräfte an Schulen neuerdings eine Informationsbroschüre mit konkreten Tipps und Handlungsempfehlungen an die Hand. Weitere Informationen zum 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland finden Sie hier: Lagebericht |