„Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft: Muss jetzt der EU-Gesetzgeber eingreifen?“

Berlin, 10.02.2012

Podium

Ein europäisches Bündnis für mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft wurde heute in Berlin sichtbar dokumentiert. Auf Einladung der Präsidentin der EVP-Frauen, Doris Pack MdEP, und der EVP-Fraktion diskutierten Viviane Reding, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Maria Böhmer, Vorsitzende der Frauen Union der CDU, und die Europaparlamentarierinnen Rodi Kratsa-Tsgaropoulou und Elisabeth Morin-Chartier über Mittel und Wege zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen, aber auch in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes.

Unterschrift_Berliner_Erklrung

Viviane Reding unterzeichnete persönlich die Berliner Erklärung. Sie unterstützt damit die Forderung nach einer Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen. „Diese überparteiliche Initiative von Frauenpolitikerinnen aller Fraktionen und von Frauenverbänden für mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft bildet den Grundstein für ein breites gesellschaftliches Bündnis“, betonte Maria Böhmer.

Hier können Sie selbst Ihre Unterschrift für die Berliner Erklärung abgeben: Berliner Erklärung

Reding-Böhmer

Die große Unterstützung für gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen wurde auch durch das Auditorium deutlich. Angelika Niebler MdEP, Vorsitzende der Frauen Union der CSU, wies dabei auch auf die Notwendigkeit und Erfolge der Frauenquote in Parteien hin.

„Was wir für die Wirtschaft fordern, gilt selbstverständlich auch für den öffentlichen Dienst! Und zwar für alle Ebenen: Bund, Länder und Gemeinden. Alle müssen ihre Hausaufgaben machen!“, mahnte Maria Böhmer an.

Auditorium

Der Frauenanteil in der Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren trotz einer intensiven gesellschaftlichen Debatte und einiger Maßnahmen der freiwilligen Selbstregulierung nicht wesentlich verändert. Im EU-Durchschnitt sind heute gerade einmal 3% von Führungspositionen in der Wirtschaft (Vorstandschefs, Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte) mit Frauen besetzt. In Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei 12%. Eine von der Europäische Kommission im März 2011 aufgelegte freiwillige Selbstverpflichtung für börsennotierte Unternehmen, den Frauenanteil in Aufsichtsräten bis 2015 auf 30%, bis 2020 auf 40% zu erhöhen (der sog. "Women on the Board Pledge for Europe"), ist bisher nur von einer Handvoll von Unternehmen unterzeichnet worden.

Das Europäische Parlament und die Europäische Kommission werden ab März 2012 über die Frage entscheiden, ob auf EU-Ebene eine gesetzliche Regelung geschaffen werden sollte, um den Frauenanteil in Führungspositionen der Wirtschaft zu erhöhen.

pdf Statement zur Veranstaltung Maria Böhmer 77.95 KB

 

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